Kindergarten

Im Kindergarten

Alle Kinder sind begabt!

Begabungen unterscheiden sich jedoch in ihrer Art und Ausprägung. Die Erkennung von Begabungen dient dazu, den Kindern zu helfen, ihr Talent besser zu entfalten und im Gleichgewicht mit sich selbst und ihrer Umgebung zu sein.

In der Erzieherausbildung kommt das Thema Hochbegabung oft zu kurz oder wird gar nicht erst erwähnt. Deshalb sind Erzieher/innen häufig nicht in der Lage, Hochbegabung zu erkennen und von vorübergehenden Entwicklungsvorsprüngen oder gezielter Förderung durch die Eltern zu unterscheiden.

Darüber hinaus sind auch die Eltern bei der Erkennung von Hochbegabung unsicher, scheuen sich davor Vermutungen zu äußern und wünschen sich Unterstützung durch den Kindergarten.

Hierfür biete ich maßgeschneiderte Vorträge und Unterstützung für Erzieherinnen über das Thema Hochbegabung in Kindergärten an.

Die häufigsten gewünschten Punkte sind:

  • Wie erkennt man ein hochbegabtes Kind?
  • Wie kann ich als Erzieher einem hochbegabten Kind helfen?
  • Unterforderung oder Überforderung im Kindergarten?
  • hochbegabte Kinder: zu viel Energie oder Konzentrationsprobleme?
  • geringer sozialer Kontakt (Isolation)
  • störendes oder aggressives Verhalten (mit möglichem Bezug auf Hochbegabung)
  • keine Lust auf den Kindergarten
  • hohe Sensibilität
  • Perfektionismus
  • Früheinschulung

Warum ist es wichtig, Begabungen frühzeitig zu erkennen?

Im Grunde haben hochbegabte Kinder die gleichen Bedürfnisse wie alle anderen Kinder. Sie wollen die Welt verstehen und sich am Spielen und Lernen erfreuen.

Dafür brauchen sie einerseits Freunde, mit denen sie sich austauschen können und die ähnliche Interessen haben und andererseits Bezugspersonen, die ihnen helfen, ihre Talente zu entfalten und ihnen Anerkennung entgegenbringen.

Das klingt erst einmal ganz einfach, ist es aber in der Praxis leider nicht. In unserer Gesellschaft gibt es immer noch die Vorurteile, dass hochintelligente Kinder keine Förderung brauchen, da sie sowieso alles können und alles wissen. Wozu man sie extra fördern sollen?

Hochbegabte wissen nicht alles. Allerdings haben sie oft von Natur aus Interesse an Themen, die für ihr Alter eher ungewöhnlich sind. Ihr besonderer Entwicklungsweg und Entwicklungstempo führt dazu, dass sie manche Themen viel früher und in einer anderen Tiefe und Intensität bearbeiten als ihre Altersgenossen. Dabei kann vorkommen, dass aufgrund der Akzeleration in manchen Aspekten andere Aspekte der Entwicklung länger brauchen; bei intellektueller Begabung, oft im motorischen Bereich.

Einerseits kann diese asynchrone Entwicklung dazu führen, dass Freunde das Kind nicht verstehen können und es ausgrenzen. Andererseits muss sich das Kind weiter entfalten.

Besonders im Kindergarten- und im Grundschulalter ist dies zu beobachten. Dennoch müssen Sie genau so viel gefördert werden wie alle anderen Kinder. Die fehlende Erkennung und angemessene Förderung von Hochbegabung kann zu einer Vielzahl von Verhaltensstörungen und Depressionen führen.

Ich kann Ihnen oder Ihrer Einrichtung bei diesem Thema gerne helfen!

Einige Beispiele von Hochbegabung im Kindergarten

Beispiel 1:

Maria ist vier Jahre alt, sprachlich sehr gewandt, interessiert sich sehr für Buchstaben. Überall sieht sie sie und wünscht sich nicht sehnlicher, als sie endlich zu verstehen. In ihrer Einrichtung sind aber Buchstabenkreise nur für die „Füchse“ – die Vorschulkinder – vorgesehen. Weil sie aber noch nicht dazu gehört, darf sie nicht mitmachen. Außerdem interessieren sich ihre Freunde noch nicht für Buchstaben.

Maria denkt auch viel über das Leben nach. Sie fragt sich, wohin man geht, wenn man stirbt; warum manche Menschen kein Zuhause haben, wie der Bettler, den sie am Marienplatz gesehen hat; warum sich manche Menschen auf der Welt streiten und sich dabei gegenseitig weh tun. Das heißt „Krieg“ hat sie gerade gelernt.

Marias Freunde können sich sprachlich noch nicht so gut artikulieren wie sie. Sie verstehen sie nicht und tendieren deshalb dazu, sie auszugrenzen.

Maria spürt, dass sie anders ist, aber versteht nicht genau auf welche Art und Weise. Sie fängt an sich zurückzuziehen und versucht ihre Interessen nicht so oft zu zeigen damit sie nicht auffällt.

Nach wenigen Wochen kann Maria schon lesen. Sie hat es sich irgendwie selbst beigebracht. Jetzt fragt sie sich, warum nur sie im Kindergarten lesen kann. Ist mit ihr irgendwas falsch?

Bei den Füchsen darf sie noch immer nicht mitmachen…sie soll warten, bis sie groß ist und sich mit etwas anderem beschäftigen.

Ihre Erzieherin merkt, dass sie besondere Fähigkeiten besitzt, aber weil in ihrer Ausbildung das Thema Hochbegabung nicht behandelt wurde, kann sie das Kind nicht als hochbegabt einordnen.

Sie würde Maria gerne besser unterstützen, weiß aber nicht genau wie.

Ihre Eltern sind sich unsicher, wie sie Maria helfen sollen. Ob sie Maria weiter beim Lesen und schreiben unterstützen sollen oder besser nicht. Das Kind fragt sehr viel über verschiedene Themen, so dass sie sich manchmal überfordert fühlen. Maria fängt an, sich auch zu Hause zurückzuziehen und klagt sich oft über Bauchschmerzen. Der Kinderarzt konnte aber nichts Falsches an Maria finden.

Beispiel 2:

Rafael ist 5 Jahre Alt und liebt die Zahlen. Er kann schon locker bis 500 zählen. Im Kopf kann er bis 100 addiere; mit dem Subtrahieren fängt er gerade an, aber es klappt immer besser.

Er liebt die Zahlen und wünscht sich nicht anderes, als bis in den 1000er Bereich rechnen zu können und zu dürfen. Im seinem Kindergarten zählen die Kinder aber nur bis 20 und rechnen nur bis 10. Das ist für ihn „babyleicht“ und er langweilt sich.

Buchstaben findet er auch interessant . Er kennt schon sehr viele davon und manche Wörter kann er schon lesen. Seine Erzieherin sagt aber, er müsse warten bis er in der Schule ist. Er soll sich mit etwas anderem beschäftigen. Aber etwas anderes möchte er nicht.

Dinosaurier findet er auch toll. Damit kennt er sich gut aus. Er weiß den Namen von vielen, etwa 20 Arten. Dabei weiß er auch, ob sie Fleisch- oder Pflanzenfresser sind. Seine Freunde kennen aber nur den Tyrannosaurus Rex und den Brachiosaurus (Langhals). Er hat versucht, sich mit ihnen auch über die anderen Dinos zu unterhalten, aber sie zeigten dafür kein Interesse. Jetzt sagt er darüber lieber nichts mehr.

Er würde seine Kenntnisse so gerne mit jemandem außer mit Mama und Papa teilen. Weil er sich so langweilt, macht er zur Zeit viel Quatsch in seiner Gruppe.

Seine Erzieherin weißt nichts über Rafaels Vorliebe für Dinosaurier. Da er gelernt hat, dass es sich nicht lohnt darüber zu sprechen, zeigt er diese Vorliebe nicht und damit auch nicht all die Begabungen, die sich dadurch zeigen würden.

Seine Eltern wissen, dass er schon sehr weit ist und sind stolz auf ihr Kind. Aber sie machen sich sorgen wie es in der Schule weiter gehen wird, da er schon rechnen und bald auch lesen kann. Auch wegen des sozialen Bereichs machen sie sich sorgen. Die Kinder im Kindergarten teilen seine Interessen nicht, er zieht sich immer mehr zurück oder versucht ihre Aufmerksamkeit auf eine negative Art zu erregen.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.